Der heutige Tag beginnt feuchtfröhlich. Die Wolken hängen tief im Tal und es nieselt. Der Hund dreht sich im Bett um und schläft bis 11:30 Uhr durch, nur unterbrochen von einem schnellen Frühstück. Heute ist eben so ein Tag.
Bisschen Glück haben wir trotz allem. Gegen Mittag lichtet es sich etwas und wir wandern los Richtung Gletscher. Zunächst müssen wir erstmal entscheiden, zu welchem. Das Oldental ist umgeben vom gewaltigen Jostedalsbreen-Gletscher, immerhin dem größten europäischen Festlandsgletscher. Mehrere Auslässe fließen in die Seitentäler und können relativ einfach erwandert werden. Der Briksdalsbre ist der bekannteste, sicherlich auch, weil er sehr einfach zu erreichen ist. Entsprechend touristisch ist es hier. Wir wählen ihn trotzdem.
Der gemeine Tourist kommt mit dem Auto bzw. viele auch mit dem Bus hier an, sattelt auf die sogenannten Troll-Cars um, was nichts anderes sind als Buggys vom Rasenmäherhersteller John Deer, wird damit zu mehrt nach oben kutschiert und ist nach 500 Metern Fußweg am Ziel. Allerdings ist der Gletscher auch hier ziemlich gemein, denn er haut immer weiter ab. Vor einigen Jahren reichte er noch bis in den See. Davon ist er leider weit entfernt, aber er bleibt dennoch sehr eindrucksvoll ebenso wie der nahe Tjøtafossen-Wasserfall. Wir sind jedenfalls überwältigt und freuen uns, dass wir trotz der Wolken solche tollen Anblicke genießen dürfen. Auf dem Rückweg freuen wir uns über das humorvolle Nummernschild eines Campers, das veranschaulicht, wie aus zwei Elchen drei Elche werden. Darauf eine feine Waffel!
Zurück an unserer Hütte beschließen wir, der Königin gebührend zum Abschied zu winken. Die Queen Mary 2 liegt in Olden und läuft zu Andrea Bocellis und Sarah Brightmans Time to Say Goodbye aus. Das ist dann doch schnulziger als gedacht. Spannend ist aber auch, zu beobachten, was hier alles von Berg- bis Bimmelbahn vorgehalten werden muss, um die massenhaft ankommenden Gäste in so einem kleinen Örtchen zu unterhalten.


















