Es zieht uns weiter nach Norden. Nachdem alle Blaubeeren von gestern zum Frühstück verspeist sind, machen wir klar Schiff in unserem Ferienhaus. Schade, dass wir das jetzt schon zurück lassen müssen. Das war echt super schön hier. Vor allem der Holzofen hat es mir zusammen mit dem fantastischen Blick auf die Berge und den Fjord sehr angetan.
Das Innerdalen soll zu den schönsten Tälern Norwegens zählen. Das testen wir. Von Sunndalsøra ist es eine halbe Stunde entfernt. Zunächst stellen wir fest: es ist ein Tal. So viel stimmt schon einmal. Wie immer zuletzt am Morgen hängen die Wolken noch in den Bergen. Regen gibt es heute zum Glück nicht. Langsam bahnt sich die Sonne durch. Wir bezahlen schnell den Parkplatz und laufen los. Außer uns ist niemand da. Ein Auto steht noch hier. Der Weg hinter ins Tal führt zunächst durch einen Bergbauernhof und dann hinauf durch einen Wald. Es ist eine Wirtschaftsstraße. Also nicht schwer zu gehen, aber jetzt auch nicht sonderlich spektakulär.
Nach einigen Kilometern kommt der erste Blick von etwas oberhalb auf den See Innerdalsvatna, in dem sich die markanten Berge spiegeln, für die die Region bekannt ist. Besonders das Horn, Innerdalstårnet, prägt das Panorama. Genial. Die Berge gehören übrigens zum Trollheimen-Gebirge. Einsam ist es hier, wo die Trolle wohnen. Wir verhalten uns ruhig. Die sollen schön weiter schlafen. Die Berghütten sind noch geöffnet, die Wirtschaften ebenfalls. Es ist noch früh und wir laufen weiter hinter ins Tal bis zum Wasserfall Fluofossen.
Der Weg dorthin quert über Stege ein Moor. Zusammen mit dem Anblick der von Wolken umschlungenen Berge macht das in jeden Fall ein ziemlich schönes Tal. In der Wirtschaft Innerdalshytta sind wir die einzigen Gäste. Kaffee und etwas zu essen gibt es trotzdem. Peter kostet Rømmegrøt, einen traditionellen Mehlbrei mit saurer Sahne, und ich ein (nicht ganz so) traditionelles norwegisches Brot: Focaccia mit Schinken, Honig, Brie und Preiselbeermarmelade. Super lecker!
Gut gestärkt geht es zurück. Einige, wenige Wanderer kommen uns entgegen. Dazu noch, wie die Olsenbande, kommen drei Schafe um die Ecke angetrabbelt und danach eine Gruppe Ziegen. Die liegen in der Sonne und lassen sich ausgiebigst streicheln. Nach kurzer Zeit streiken meine beiden Gefährten. Selbst ein Bad im See hilft bei Paula nichts mehr. Sie hasst langweilige breite Wege in der Sonne. Abhilfe schafft erst ein alternativer Wanderweg, der parallel noch zu einer Aussicht führt. Es geht über Stock und Stein abenteuerlich durch den Wald. Hier braucht es keine Leine und Paula hüpft wie ein junges Reh. Peter hat keine Wahl. Was soll ich tun. Der Hund will es so 🙂
















