Åmotan

Bevor es heute auf die Straße geht, gibt es noch einmal das tolle Frühstück in unserer Pilgerunterkunft. Die legen sich hier mächtig ins Zeug. Es ist so lecker, dazu der Charme des alten Gebäudes und der Blick auf die Berge. Daran könnte ich mich direkt gewöhnen. In jedem Fall war es ein gelungener Auftakt in unser diesjähriges Norwegenabenteuer. So richtig weiter will ich gar nicht, aber bei einem längeren Aufenthalt würde ich dann doch die Zimmerkategorie upgraden. 

Alles wieder rein ins Auto und los geht’s. Wir folgen der E6 Richtung Trondheim in Drivdalen bis Oppdal. Der Ort ist modern. Hier befindet sich ein größeres Skigebiet und wohl auch die größte Anzahl von Schafen in ganz Norwegen. Wir nennen sie Suizidschafe, denn sie sind überall, halten sich neben der Straße und sehr gern auch auf der Straße auf. Wenn man mal nicht aufpasst, hat man direkt so ein Wollmonster auf der Motorhaube. 

Im Sunndalen befinden sich richtig schöne und auch große Bauerngüter mit alten Häusern. Das ist schon Alpenfeeling hier, nur dass die Häuser alle Gründächer haben und die meisten rot gestrichen sind. Bei Gjora biegen wir ab und fahren ins Åmotan-Tal. Hier fließen Flüsse aus sechs verschiedenen Tälern zusammen und drei davon stürzen sich als beeindruckende Wasserfälle ins Tal. Die Norweger vermarkten es als Niagara des Nordens.

Wir laufen den Rundwanderweg, der es durchaus in sich hat. Zunächst geht es steil hinab. Unten liegt die Aussicht auf den Svøufallet-Wasserfall. Die Sonne scheint hinein und es bildet sich ein Regenbogen über dem tosenden Wasserfall. Doch was man runter läuft, muss man meistens auch wieder hoch. Wir schimpfen. Der Weg hoch auf den Lundlibakken ist bösartig. Danach haben wir das schlimmste hinter uns. Es geht über eine Alm, an einer alten Mühle vorbei bis zur Aussicht auf den Lindalsfallet. Die Sonne scheint und Paula genießt es. Sie ist heute gut dabei. Auf dem Rückweg sehen wir noch den dritten im Bunde: den Reppfallet, der ebenso spektakulär ist. 

Wir beschließen die Runde in einen Unterstand mit einer warmen Suppe von Mr. Wang. Dazu gibt es bei mir frische Birkenpilze, die ich unterwegs aufgegabelt habe. Sehr fein. Mittlerweile hat das Wetter wieder ungeschlagen. Uns soll es egal sein. Wie müssen nur noch ein kurzes Stück bis in unser Ferienhaus in Sunndalsøra fahren. 

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