Dovrefjell

Nach dem Frühstück werden wir gefragt, wie weit wir denn wandern. Ich meine nur so, naja, da hoch auf den Berg. Erst danach wird mir klar, wir übernachten in einer Pilgerunterkunft! Die Frage ist eher den ganzen Weg bis nach Trondheim oder nur eine Teilstrecke. Ganze 32 Tage dauert es von Oslo bis nach Trondheim zum Nidarosdom, der auch heute noch ein bedeutsames Pilgerziel ist. Das Herz Norwegens soll er sein. Dort stand der Schrein Olaf des Heiligen. 

Zum Glück sind wir mit dem Auto unterwegs. Zunächst bestaunen wir unsere Unterkunft, die Kongsvold Fjeldstue. Unser Zimmer ist spartanisch. Aber das Hotel ist echt faszinierend. Einige Gebäude sind von 1720. Sogar ein König übernachtete hier einst auf seinem Weg nach Trondheim. Auf Anweisung der Könige wurde der Weg ausgebaut und wagentauglich gemacht, quasi zum Vorläufer der heutigen E6. Dem König sei Dank dafür. 

Das Dovrefjell ist bekannt für seine Moschusochsen, die es in Norwegen nur hier gibt, und für wilde Rentiere. Beide durchstreifen die Bergtundra. Wir laufen den Moskusstien, von wo aus man sie eigentlich gut beobachten kann. Die Landschaft mit dieser enormen Weite ist beeindruckend, aber weder Rudolph noch ein Ochse sind heute in Sicht. Ohne Fernglas ist es auch ein halbwegs aussichtsloses Unterfangen.

Am Abend probieren wir es noch einmal vom Snøhetta-Aussichtspunkt. Dorthin kommt man über eine Mautstraße und einen kurzen, aber durchaus steilen Wanderweg. Die Norweger sind immer noch echte Mautweltmeister. Per Kamera wird das Kennzeichen erfasst und über eine Website muss man dann seinen Wegezoll entrichten. Aber der Ausblick entschädigt, der Beobachtungsposten selbst ist ein Highlight und absolut Insta-tauglich. Das feiern wir zum Abend mit einer guten Mr.-Wong-Instantsuppe. Denn hier oben ist es frisch und heute gab es auch einige erfrischende Schauer. 

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