13–Kanazawa

Neben unserem Frühstückstisch tagte heute Morgen der spanische Rat. Es muss um die Zukunft des Landes gegangen sein. Haarscharf war es. So eine Lautstärke sind wir nicht mehr gewohnt. Dazu noch mehre Busse Chinesen. Eigentlich gibt es wieder mal ein tolles Angebot an Speisen, aber von der Atmosphäre ist es wie in einer Schule. Einfach nur laut.

Da die Wetterapp kurzerhand die Meinung von sonnig auf regnerisch ab Mittag geändert hat, sind wir früh auf den Beinen. Kanazawa ist berühmt für seinen Landschaftsgarten, den Kenroku-en. Er ist einer der drei Gärten Japans, die alle Merkmale eines perfekten Landschaftsgartens erfüllen: Weitläufigkeit, Kunstfertigkeit, fließendes Wasser und Panoramablick.

Google führt uns von unserem Hotel am Bahnhof über die Burg zum Kenroku-en. Es ist toll, dass Vieles hier frei zu besichtigen ist. Zu unserer Überraschung ist heute Abend Lichtfest in der Stadt. Die Burg und der Garten werden in Szene gesetzt. Und deswegen ist der Garten heute sogar kostenfrei zu besichtigen. Da beschweren wir uns nicht. 

Wir durchwandeln den Garten in aller Früh. Die Besucher verteilen sich gut. Das hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Der Garten ist wunderschön. Er lebt von seinem Grün, den perfekt gestutzten, teilweise sehr alten Bäumen und dem fließenden Wasser. Der Blick wird dadurch erreicht, dass er auf einem Hügel angelegt ist. Zusammen mit dem Wasser fasziniert das. Blühendes wird nur sehr dezent eingesetzt. Die Kirsch- und Pflaumenblüte ist durch. Es blühen eigentlich nur noch die Azaleen. Stauden dagegen kommen kaum zum Einsatz. Dafür ist der Boden überdeckt mit Moosen. Die werden emsig gezupft und gesäubert. Wie viele Gärtner hier wohl ackern.

Von der Burg sind nur Teile erhalten bzw. rekonstruiert. Die Stadt hat die Anlage in einen Park umgestaltet. Alles sieht sehr schick aus. Hübsch ist das scheinbar neue Teehaus im  Gyokusen’inmaru Park an der Burg.

Danach besuchen wir den Oyama Schrein nebenan. Auch hier ist man auf das Fest am Wochenende vorbereitet. Mittlerweile regnet es, aber der Schrein gefällt uns trotzdem sehr gut. Besonders ist sein steinernes Tor.

Mit Zwischenstopp in einem Nachbarschaftsmarkt (kleine Supermärkte, die an jeder Ecke sind), wo wir den Regen mit Mittagessen überbrücken, laufen wir ins Samurai-Viertel. Hier im Nagamachi-Viertel sind noch Überreste der alten Häuser erhalten. An vielen Ecken kann man kostenfrei hinter die hohen Mauern schauen. Das Nomura-Clan-Haus kostet Eintritt, belohnt dafür mit einem tollen Garten. Wir schauen ihn uns lange von der Veranda aus an. Ich würde sofort einziehen. Wer hat schon einen Wasserfall im kleinen Hinterhof.

Am Abend suchen wir das Spektakel und laufen nochmal zur Burg. Dort ist allerdings nichts los. Das Gelände ist geöffnet und auch beleuchtet. Im Kenroku-en bekommen wir eine Laterne zur Besichtigung. Der Garten ist wirklich toll beleuchtet. Und beim Hinausgehen stoßen wir auf einen Tempelumzug. Danach futtern wir uns durch die vielen Stände, die vor dem Oyama-Schrein aufgebaut sind. Mal wieder bleibt uns ein wenig verborgen, was wir essen, aber es schmeckt.

Mit 25.000 Schritten hat sich jeder von uns beiden das Abendessen redlich verdient.

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