08 – Seetag

Heute führt uns die Route entlang des Lake Tahoes, über die Carson Range und Reno zum Pyramide Lake. Wir bekommen noch einmal einen tollen Blick auf den See und die Sierra Nevada, die geologisch vergleichbar mit den Anden ist und u. a. in Folge der Subduktion der pazifischen Platte gehoben wurde. Vorliegendes Gestein ist im Wesentlichen Granodiorit.

Der Lake Tahoe ist der größte Süßwassersee in der Sierra. Er ist nicht glazialen Ursprungs, sondern tektonischen. Das entstandene Becken füllte sich mit Wasser, lief über und füllte nach und nach die Täler weiter nach Nordosten. So nahm der Lake Tahoe eine ähnliche Funktion ein wie der Mono Lake weiter südlich. Dies geschah zu einer Zeit während den Eiszeiten, als das Hawaii-Hoch schwächer war und die Niederschläge in der Region nicht wie sonst üblich blockierte. Dadurch fiel damals ähnlich Niederschlag wie das heute in El Nino-Jahren passiert. Natürlicher Abfluss ist heute der Truckee River, der in den Pyramide Lake mündet. Dieser ist dann wiederum heute abflusslos. 

Rund um den Lake Tahoe wachsen Ponderosa-Kiefern mit überaus langen Nadeln und großen Zapfen. Weiterhin gibt es Jeffrey-Kiefern, deren Rinde intensiv nach Vanille riecht. Sie können bis zu 70 Meter hoch werden und sind gut an Waldbrände angepasst. 

Vom Lake Tahoe, der auf 1.900 Meter liegt, passieren wir auf dem Mount Rose Highway die Carson Range östlich des Sees. Die Berge hier sind bis zu 3.300 Meter hoch. 

Der Pyramid Lake, benannt nach einer markanten felsigen Insel im See, liegt im Stammesgebiet der Paiute. Er wird vom Truckee River gespeist aus dem Lake Tahoe. Entsprechend frisch ist das Wasser. Der See ist von steppenhaft-wüstenartigenLandschaften umgeben. Er ist ein Überbleibsel des Lake Lahontan, eines nacheiszeitlichen Sees. Vom Highway aus sehen wir uns die Hauptstrandterrasse an. Sie zeigt Höchststand des Sees an, der nicht klimatisch sondern topographisch bedingt war. Markant sind auch Tufa-Felsen, Kalk ummantelte Felsen.

Kurz vor der Interstate hören wir einen Vortrag über das Basin and Range. Die Basin and Range Province ist eine sehr weiträumige geologische Provinz, die große Teile des Südwesten umfasst. Bestimmendes geomorphologisches Element sind die Basin and Ranges (Becken und Höhenzüge), die eine Topografie parallel laufender Horste und Gräben darstellen. Die vorliegenden Gesteine sind divers. In der Erdgeschichte wurden mehrere Inselgruppen an die nordamerikanische Platte angepresst. Die Horst- und Grabentopografie der Basin and Range Province resultiert aus einer Krustendehnung. Einige Täler sinken stark ab, z. B.  das Death Valley. Insgesamt ist die Platte relativ dünn, was Vulkanismus befördert.

Strecke: 156 Meilen

Schritte: 11.300

Temperatur: 35°C

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.