18–Nara

Es geht heute nach Nara. Wir machen einen Ausflug von unserem Hotel in Kyōto. Zunächst müssen wir mit der Keihan-Linie nach Tofukuji. Dort trifft unsere quasi Haus-und-Hof-Linie auf die JR-Nara-Linie. Ab da fahren wir dann kostenfrei mit unseren Rail-Pässen bis nach Nara. Fahrtdauer ist eine Stunde. 

Nara hat uns vom Bahnhof an sehr positiv überrascht. Die Stadt ist nicht so überfüllt, dafür gut aufgeräumt und freundlich. Überall wird mit den Hirschen geworben, die bis in die Stadt hinein laufen, einfach überall und willkommen sind. Total niedlich.

Erstes Ziel ist die fünfstöckige Pagode des Kōfuku-ji. Auch das Hauptgebäude ist eindrucksvoll. Typisch für den Nara-Stil sind die hochgebogenen goldenen Hörner auf den Dächern. Hier warten schon die ersten Hirsche auf Leckerli. Sie sind vollends zutraulich, natürlich nicht ganz ungefährlich und durchaus auch frech. Da wird schon mal eine Tüte aus dem Rucksack gezogen.

Weiter gehtˋs zur eigentlichen Hauptattraktion, dem Tōdai-ji. Der große Tempel des Ostens beherbergt die größte buddhistische Bronzestatue. Sie ist aus dem 8. Jahrhundert und steht im größten Holzgebäude der Welt. Das ist zwei Mal schon abgebrannt. Das aktuelle stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist monströs. Schon das Eingangstor haut einen um, aber das Hauptgebäude überthront einfach alles.  Beim Betreten blickt dieser gewaltige Buddha friedlich auf Einen. Umwerfend. Bilder können seine Größe nicht darstellen. Allein ein Nasenloch ist einen halben Meter groß, die ganze Figur misst 15 Meter.

Danach laufen wir zum Glockenturm und zum Nigatsu-do. Auch dieser Tempel ist prächtig. Hier fallen die vielen Lampen auf, aber auch diese grandiose Terrasse, von der man Nara wunderbar überblicken kann. Danach sind wir reif für ein Mittagessen. Es gibt fast nebenan Soba-Nudeln.

Nach dem Essen sollst du ruhen oder auf einen Berg klettern. Wenn wir schon mal hier sind, klettern wir eben auf den Mount Wakakusa. Selten habe ich für einen Berg Eintritt bezahlt, aber die Leute hier sind geschäftstüchtig. Auch in den Tempeln wird so manches verkauft. Bei wieder mal 32°C fällt der Aufstieg schwer. Aber ein großer Teil des Aufstiegs verläuft dann doch recht schattig. Zum Glück. Der Ausblick ist umso schöner. Und auch oben sind natürlich wieder Hirsche anzutreffen. 

Letzter Halt ist der Kasuga-Taisha. Das ist einfach ein bezaubernder Ort. Dieser Schrein ist ebenfalls Weltkulturerbe. Hunderte Lampen hängen überall. Wunderschön, gerade jetzt in der Nachmittagssonne.

Von hier ist es ein gutes Stück bis zum Bahnhof. Am Ende sagt die Uhr wieder 23.700 Schritte. Damit haben wir uns ein gutes Abendessen verdient. Diesmal wählen wir bei uns in der Nähe eine Izakaya, die sich auf Frittiertes am Spieß spezialisiert hat. Sehr lecker.

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