8–Tokyo III

Sieben Tage sind wir jetzt in Japan. Zeit, den Sonntag etwas gemächlicher anzugehen. Im Moment ist es brütend warm. Bei 34°C zur Mittagszeit setzt die Pflastermüdigkeit schnell ein. Am Nachmittag ist es immer am schönsten, wenn die Häuser Schatten werfen und der Wind leicht auffrischt. Da geht es dann.

Unser Tagesprogramm führt uns in den Norden und Nordosten Tokyos. Wir starten kurz vor Mittag mit der Yamanote Linie nach Nippori. Von dieser Station kommt man gut nach Yanaka Ginza. Zuvor machen wir einen kurzen Stop am Tennoji Temple. Auch wenn hier wahrscheinlich gerade eine Beerdigungszeremonie beginnt, ist die Stimmung sehr andächtig. Auffällig sind die hölzernen Latten mit Inschrift, sogenannte sotoba, die in eine Vorrichtung an den Gräbern gestellt werden.

Yanaka Ginza gefällt uns sehr gut. Hier ist es etwas weniger touristisch. Viele Japaner sind unterwegs. Wunderbar auch, dass heute wie eine Art Nachbarschaftsfest veranstaltet wird. Wir gönnen uns ein Eis und besorgen uns etwas zu Essen. Im Ueno Park wollen wir später die Mittagszeit verbringen.

Einmal dort angekommen ist es sehr heiß und voll. Wir laufen durch den südlicheren Teil des Parks, der sehr verbaut ist. Am Shinobazu Teich finden wir Schatten. Im Park gestern hat es uns deutlich besser gefallen. Nach einem Weilchen ziehen wir weiter zu Fuß nach Asakusa. Etwas abseits der Tourimassen, und natürlich sind zum Sonntag sicher auch viele Japaner unterwegs, laufen wir durch ein Viertel mit vielen kleinen Häusern und haben wir den ersten schönen Blick auf den Skytree – übrigens die zweithöchste Baukonstruktion der Welt.

Auf der Nakamise Einkaufsstraße ist richtig viel los. Hübsch ist, dass viele hier traditionell angezogen sind. Wir haben aber die dumpfe Vermutung, dass einige keine Japaner, sondern chinesische Touristen sind. Ansonsten sind die Nebenarme der Einkaufsstraße überdacht und beherbergen allerlei Läden. Von Bürsten über Kimonos kann man hier alles kaufen, auch kleine Babys aus Plastik. Warum es die in einem Laden gibt, der sonst nur Fächer verkauft, bleibt mir ein Rätsel. 

Auch wenn es am Asakusa-Schrein sehr überlaufen ist, bleibt der Schrein sehr eindrucksvoll und ist definitiv einen Besuch wert. Über die Promenade am Sumida-Fluss geht es zurück zur U-Bahn. Das goldene Gebäude, das im übertragenen Sinne fast wie ein Bierkrug aussieht, gehört der Asahi-Brauerei. Aber das andere goldene Etwas sieht wirklich nicht wie eine Flamme aus, die es darstellen soll. Nichtsdestotrotz das Bier ist in Ordnung. Wir müssen heute noch Packen. Morgen früh geht es weiter mit dem Shinkansen nach Nagoya. 

Bilanz für heute: 15.800 Schritte.

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