4–Kamakura

Es scheint die Sonne. Wir sind früh wach. Beste Voraussetzungen für einen 1a Ausflugstag. Nach einem schnellen Frühstück im Hotel gehen wir los zum Bahnhof Shin-Okubo. Wir zeigen unsere Tokyo Wide Pässe vor und dürfen passieren. Elektronisch sind die leider noch nicht. Aber jede Station hat ihren Wärter. Von Okubo fahren wir mit der Yamanote Line nach Ebisu. Dort müssen wir uns erst einmal orientieren. Gesucht wird die Shonan-Shinjuku-Line nach Ofuna. Die Linien sind gut ausgeschildert. Jede Linie hat einen eigenen Bahnsteig, aber unsere hier fährt verschiedene Routen mit verschiedenen Endstationen. Wir fahren durch Kawasaki und Yokohama.

Nach einer knappen Stunde sind wir so ziemlich raus aus der Stadt. In Ofuna müssen wir noch einmal umsteigen. Eine Station weiter liegt unser Ziel: Kita-Kamakura. Es ist das erste Mal, dass wir Japan tiefgrün erleben. Es ist so ein starker Kontrast zur Megacity.

Gleich hinter dem Bahnhof liegt der Schrein Engakuji. Ein kleiner Eintritt wird fällig. Und es erwartet uns ein mächtiges Tor. Diese riesige Holzkonstruktion ist unglaublich beeindruckend. Dahinter liegt das Hauptgebäude. Hier ziehen wir die Schuhe aus. In Hausschuhen schlürfen wir hinein. Im weitläufigen Gelände gibt es noch viele weitere kleinere Nebentempel, in denen mit Blick auf kleine Gärten meditiert wird.

Unsere Wanderung führt uns als nächstes zum Jochiji. Der Tempel Jochiji gehört ebenfalls zu den fünf großen Tempeln in Kamakura. Die Anlage wirkt anders auf uns. Hier ist alles etwas freier und es ist deutlich weniger los. Wir entdecken den Glücksgott und streicheln seinen Bauch.

Ab hier beginnt der Wanderweg zum großen Buddha. Er führt uns zuerst in den Park Genjiyama. Dort erkunden wir einen kleinen Shinto Schrein und essen unsere Wegzehrung, Onigiri mit verschiedenen Füllungen.

Weiter gehts bergab zum Zeniarai-Benzaiten-Ugafuku-Schrein. Hier wird äußerst geschäftig alles an den Mann und die Frau gebracht, was Glück bringt. Es wird getafelt, gewaschen, geläutet und geräuchert. Die Anlage wirkt etwas chaotisch, aber auf eine sympathische Art.

Wir setzen unser Pfad fort. Unterwegs treffen wir auf viele Schulklassen, die uns alle freundlich grüßen. Wenig später durchschreiten wir im Sasukeinari Shrine das erste Mal rote Torii und sehen tausende Fuchs-Statuen. Sie stehen in Verbindung mit der Gottheit Inari. Die ganze Wanderung bis hierhin war wunderschön und sehr beschaulich.

Nach einem guten Stück Weg erreichen wir den großen Buddha. Hier ist Rambazamba. Der gute wird belagert von Schulklassen und anderen Gruppen. Aber sein Anblick verschlägt einem die Sprache.

Wir suchen etwas mehr Besinnung im Hasedera-Tempel. Der Tempel ist berühmt für seine 9.18 m große Kannon-Statue. Angeblich wurde sie vor über tausend Jahren von Nara aus hier angespült. Kannon ist die Göttin der Barmherzigkeit. Die Statue darf leider nicht fotografiert werden. Sie ist reich mit Gold verziert und wunderschön. Ebenso ist die gesamte Anlage und der Blick auf die Bucht. Eine kleine Gruppe Sechstklässler spricht mich an. Scheinbar haben sie einen Auftrag, Touristen anzusprechen und ihr Englisch auszutesten. Total putzig. Wir unterhalten uns ein wenig und als Beweis für die Lehrerin gibt es ein gemeinsames Bild.

Über den Strand geht es zurück zum Bahnhof. Diesmal fahren wir direkt von Kamakura nach Shinjuku. Am Bahnhof gibt es tolles Sushi, das sofort gekauft wird. Am Ende war es eine lange Wanderung. Die Uhr sagt 21.000 Schritte und es gibt eine Auszeichnung 🙂

3 Gedanken zu “4–Kamakura

  1. Oweh! Ich würde glatt 10 kg abnehmen: 21000 Schritte und dann noch Sushi und so viel Fisch!
    Es muss wunderschön sein. Und der kleine Kerl auf dem Foto ist einfach süß, genauso wie seine zwei Kumpel.

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