23/24 – Und Abflug

Heute machen wir was Verrücktes: Ausschlafen! Und Flüge vergleichen. Auf unserem Hinflug hatten wir noch tollen Lufthansa-Service. Auch, wenn Lufthansa viel gescholten wird, Schlechtes kann ich über den Kranich nicht berichten. Unseren Rückflug werden wir jedoch mit der Billigtochter Eurowings über Köln antreten. Ich erwarte mal wieder nichts und hoffe insgeheim, dass es nicht ganz so schlimm wird.

Frühstück gibt es in unserer Travelodge bis um 10 Uhr. Und Frühstücken ist heute der einzige wirkliche Tagesordnungspunkt. Halb Deutschland ist mal wieder unterwegs. Hunderte Condoristen. Wir verhalten uns unauffällig und versuchen, uns den Weg zum Waffeleisen zu bahnen. Einmal noch frische Waffeln! Erledigt! Sehr interessant auch, wie man in amerikanischen Hotels Rührei zubereitet: Wie alles in der Mikrowelle und aus Volleipulver. Das Zeug ist angeblich zehn Jahre haltbar. Das meiste andere am Buffet auch.

Nach dem Frühstück haben wir noch ein wenig Zeit. Koffer packen steht noch aus. Dann noch einmal kurz aufhängen und wiegen. Erleichterung. Beide großen Koffer sind unter 23 Kilo. Dafür ist meine Kameraausrüstung mit 12 Kilo wieder übergewichtig. 8 Kilo sind bei Eurowings nur als Handgepäck erlaubt. Also packen wir am Flughafen wieder um, um danach gleich wieder umzupacken.

Um 11 Uhr müssen wir aus dem Hotel raus. Es ist wolkig und schäuert. Das Wetter ist im Moment fast wie in Deutschland, nur 20 Grad wärmer! Sonderlich viel gibt es im Großraum Miami nicht zu sehen. Wir probieren es mit einer Mall, die aber zum Ostersonntag selbst hier geschlossen ist. Der Applebees nebenan wartet auf Kunden. Mittagessen ist auch keine schlechte Idee 😉

Da Eurowings wohl sehr geizig beim Essen sein soll, beschließe ich, noch ein Sandwich zu kaufen. Dumm nur, dass fast alle Supermärkte auch zu sind. Viele Amerikaner sind genauso überrascht wie wir. Aber einer hat offen: Whole Foods, der größte Biomarkt in den Staaten. Selbst Biomärkte sind hier nicht groß, sie sind gigantisch. Hier kann man echt nen Vormittag verbringen und einfach nur gucken. Alles sieht sehr toll aus, aber auch nicht ganz günstig. Allein ein kleines Sandwich kostet 8$. Dafür ist trotzdem sehr viel los, wahrscheinlich weil sonst nichts geöffnet ist. Einige sehen nicht so aus, als würden sie regelmäßig hier her kommen.

Danach beschließen wir, unseren Jeep abzugeben. Es ist zwar noch viel zu früh, aber bevor wir sinnlos durch die Gegend fahren. Die Rückgabe im Rental Car Center ist kurz und schmerzlos. Abstellen, Ausräumen und fertig. Das Rental Car Center ist mit dem Flughafen mit einer Bahn verbunden. Eurowings ist fein säuberlich von der Konzernmutter getrennt. Dadurch brauchen wir diesmal nicht weit laufen. Der Check-In ist direkt an der Bahnstation. Dafür ist er natürlich noch nicht offen. Wir müssen gut drei Stunden warten. Aber wir sind auch froh, dass wir schon da sind. So bekommen wir wenigstens noch Fensterplätze. Eine Reservierung vorab ist nicht möglich, wenn man sein Ticket von Lufthansa hat. Web-Check-In gibt es gleich mal gar nicht.

Als der Flieger endlich da ist, kommt der spannende Moment, wie wohl billig auf der Langstrecke so ist. Auf jeden Fall ist das Publikum ein ganz anderes: jünger, mehr Familien und ein wenig Ballermann. Die Kabine hat mich überrascht. Sie sieht wesentlich moderner aus als bei Lufthansa. Alles ist neu gemacht, auch wenn die Flugzeuge nicht neu sind. Sitze sind in Ordnung. Aber: Der Abstand kann Folter sein. Es sind nicht weniger als bei airberlin auf der Langstrecke, aber bei unseren Sitznachbarn sind die Knie im Vordersitz. Wir haben mehr Glück als Verstand. Der Typ am Check-In hat uns einen Sitz gegeben, der durch die Verengung des Flugzeugs nach hinten viel mehr Beinfreiheit hat. Danke! Das war spitze!

Genauso genial war der Start in der Dunkelheit. Einmal Miami bei Nacht von oben. Ich glaube, die meisten an Board haben kurz die Luft angehalten. Es ist unglaublich und auch unglaublich schön. Danach kommt nur noch schwarzes Meer bis Irland.

An sich ist Essen beim Fliegen egal, aber es ist eine nette Abwechslung bei 9 Stunden Langeweile. Wer entsprechend gebucht hat, bekommt Essen. Alle anderen müssen es an Bord kaufen. Die Preise sind ok. Getränke kosten auch extra. Wir haben durch die Buchung über Lufthansa Essen und Alkoholfreies dabei. Sie hätten aber das Essen auch weglassen können: Minibrötchen mit Butter und eine halb volle Aluschale mit trockenem Reis und drei Streifen Huhn. Und ein Stück Schokolade. Das Frühstück bestand aus einer Toastscheibe, halbiert, mit Käse und einem Stück Schokolade. Die Schokolade soll wahrscheinlich die aufgebrachten Seelen beruhigen. Wer isst schon sonst Schokolade zum Frühstück? Ich packe mein Biosandwich aus und bin zufrieden und satt dazu.

Nach dem Ärmelkanal folgte die Landung in Köln. Pünktlich auf die Minute sind wir am Rhein. Nochmal drei Stunden Warten für uns. Wir vertreiben uns die Zeit mit Einreisen, Koffer holen und Koffer wieder aufgeben. Die Backpflaume in Miami hat unsere Koffer nicht bis Dresden durchgecheckt. Wir haben es zum Glück am Code auf der Quittung später im Flugzeug gesehen. Ansonsten wären unsere Koffer Karussell in Köln gefahren. Was noch fehlt ist ein kurzer Hüpfer nach Dresden. Wir sehen Schnee. Also wirklich. Muss das sein?

 

 

 

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