11 – Erster Seetag

Die zurückliegende Nacht war besser als die erste. Ich gewöhne mich an das Schlafen im Fahren. Viel merkt man nicht vom Schiff. Es fährt super ruhig. Die Maschinen hören wir nicht wirklich. Es tuckert nur ganz leicht. Im Bett merkt man davon am Wenigsten. Trotzdem spürt der Körper, dass etwas anders ist als normal. Erster Blick vom Balkon: Sonne scheint, wir fahren und das Wasser ist auch noch da. Die Uhr mussten wir eine Stunde zurück stellen, da es in der Karibik eine Stunde früher ist. Mittlerweile sind wir südlich von Key West und nördlich von Havanna, genau im Übergang von Atlantik und Golf von Mexiko.

Beste Zeit zum Frühstücken. Alle anderen denken genauso. Wo ist die Ruhe von gestern? Der Kaffee schmeckt furchtbar heute. Zum Glück können wir uns auch einen in einer Bar holen. Dort sind sie viel besser. Wir hatten das Getränkepaket bei der Buchung umsonst dazu bekommen. Sonst würde man arm.

An sich sind die Karibikkreuzfahrten selbst auf diesem Premiumschiff sehr erschwinglich. Um diese Jahreszeit sind die meisten Schiffe hier unterwegs. Das Angebot ist also riesig. Das hält die Preise niedrig. Im Sommer kosten acht Tage auf unserem Schiff auf der Ostsee locker das Doppelte. Für die Nordamerikaner ist daher Kreuzfahren wie für uns Türkeiurlaub. Es wird von einer breiten Masse genutzt. Interessant sind die Frisuren der Damen. Einige sind nicht zu übertreffen. Und Partnerlook ist sehr angesagt ebenso wie T-Shirt mit Aufdruck von Karibikinseln, wo man schon war. Einfach nur grässlich.

Das, was man neben interessanten Persönlichkeiten hier geboten bekommt, ist wirklich seinen Preis wert. Man wird rund um die Uhr bestens umsorgt. Nur Getränke (und Ausflüge, Massagen etc.) kosten extra. Für uns ist alles bis 9€ an Getränken inklusive. Das ist nicht viel, aber ausreichend. Alkoholisches kostet überwiegend mehr als 10€ + 18% Trinkgeld. Man ist also gut beraten, wenn man ein Paket oder Bordguthaben bei der Buchung gratis dazu bekommt.

Bei einem Kaffee auf der Kabine lassen wir es ruhig angehen. Gegen Mittag wagen wir uns an den Pool. Auf Deck 12 ist die Hölle los. Um die zwei Außenpools machen wir einen Bogen. Im Solarium, quasi ein Hallenbad, nebenan gehts. Hier dürfen keine Kinder rein. Es sind trotzdem fast alle Liegen belegt und der Pool recht voll. Immerhin ist es hier klimatisiert. Wir lesen und beschließen nach einer Weile, dass wir Hunger haben. Die Mittagszeit ist längst vorbei. Trotzdem ist die Auswahl noch in Ordnung. Kaffee holen wir uns auf Deck 5 separat. Hier gibt es auch schon leckere Torten. Ein Stück muss sein.

Aber das muss auch wieder runter. Also testen wir das Fitnessstudio. Das ist wieder ganz oben. Hier ist es ruhig – wen wunderts. Danach noch eine Runde schwimmen. Es ist kurz vor 6. Das Pooldeck ist wie ausgestorben. Alle bereiten sich auf den formellen Abend vor. Alle machen auf schick. Ein wenig Klimbim an die guten alten Zeiten.

Bereits zum Mittagessen haben wir einen kleinen Vogel über dem Meer gesehen. Und nach dem Training war auf einmal Land in Sicht: die Nordwestküste von Kuba. Bis zum Abendessen wird sie uns noch am Horizont begleiten.

 

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