21 – Zion NP

Ein letzter Versuch an die Welle zu kommen: wir nehmen an der Vor-Ort-Verlosung teil. 34 Lose sind im Topf. Über 80 Leute wollen heute auch dort hin. 10 dürfen. Sinnlos. Aber wir habens auch mal mitgemacht.

Also gehts heute hoch hinaus. Wir fahren direkt in den Zion National Park. Die Siedler sahen hier ihre biblischen Träume. Millionen Touristen nutzen heute den Park als Panorama-Straße. Komischerweise kommen mittlerweile auch hunderte Spring Breaker hier her. Seit wann ist Wandern hier beliebt?

Wir müssen heute den Trail teilen mit Scharen von verrückten Teenagern und Twenagern. Wir wollen hoch auf Angels Landing, den Platz, wo die Engel landen. Der Aufstieg ist alles andere als ungefährlich. Vor zwei Jahren mussten wir im ersten Basislager abbrechen. Schnee und Eis machten den weiteren Aufstieg unmöglich.

Heute ist das Wetter fantastisch. Im Tal sind 20°C, oben auf den Bergen zeugt noch Schnee vom letzten Wintereinbruch. Wir hoffen, dass der Weg diesmal frei ist. Serpentine für Serpentine steigen wir hinauf. 450 Meter. Schinderei ist das. Wir erreichen Scout Lookout. Hier waren wir das letzte Mal gescheitert. Heute muss es klappen. Auf Pause wird verzichtet. Jetzt müssen Nägel  mit Köpfen gemacht werden.

Es wird Essig. Der Weg ist zwar weitgehend mit Ketten gesichert. Aber wir balancieren hier hunderte Meter über dem Abgrund auf sandigem Sandsteingrad. Nur ein hauchdünner Rücken verbindet den Engellandeplatz mit den umliegenden Bergen. Einige sind hier schon als Engel gegangen.

Ausgerechnet an den ungünstigsten Stellen liegt auch noch Schnee und Eis. Dass Amerikaner kälteunempfindlich sind, habe ich ja bestimmt schon gesagt. Verrückt sind sie auch noch. Sie steigen hier in Sandalen, Sneakers, Chucks und Turnschuhen hoch. Auf dem Rückweg wird sich das als eher schlechte Idee erweisen. Denn was man hier nicht braucht, ist schlechter Halt.

Wir schniefen und schnaufen. Die Aussicht von oben ist umwerfend. Absolut stunning.

Zurück gehen wir hintereinander in einer Gruppe von vielleicht 30 oder mehr Leuten. Nach der Indianerautobahn kommt heute die Wanderautobahn. Und das hier runter. Es ist trotzdem toll.

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