18 – Detour

Oder zu deutsch: Umleitung.

Das Wochenende begann stürmisch und so ward auch der Samstag. Der Wintersturm sollte nochmals Schnee im Hochland Arizonas bringen (Bild: winterlicher Sonnenaufgang im Monument Valley). Darauf stellen wir uns ein und planen dem Wetter auszuweichen.

Heute fahren wir mal ganz ohne Jack (unserem GPS). Zunächst gehts nach Kayenta, dann Richtung Tuba City. In Höhe des Black Mesa – wo Kohle im Tagebau gefördert wird, die dann in Page im Kraftwerk verbrannt wird – biegen wir in eben diese Richtung ab. Nun schneit es mal wieder. Diesmal ist die Straße in gutem Zustand. Der Schnee ist nicht allzu dicht. Wir wundern uns über die Detour-Beschilderung. Wurst, solange es uns nicht betrifft.

Der Wetterbericht stimmt. Je näher wir Richtung Page kommen, desto lichter wird es. Schon vor Page ist es trocken. Es war also die richtige Entscheidung, heute schon dorthin zu fahren. Dennoch, es ist bitter kalt und halt noch ein wenig matschig.

Wir entscheiden uns heute für die kürzere Wanderung und fahren zu den Toadstool-Hoodoos. Die Sonne schaut ab und an durch die Wolken. Der Wind beruhigt sich. Es ist schön hier und wir genießen den kurzen Ausflug.

Auf dem Rückweg halten wir nochmal im Safeway (Supermarkt) an. Wir fahren nun in die Einsamkeit. Da gibt es keine Supermärkte und bei den Indianern ist es immer arg teuer. Ab heute wird gespart (für den Rückflug ;-).

Dann fahren wir hinunter zur 89 nach Süden. Gesperrt? Was soll das denn! Umleitung fasst wieder zurück bis Kayenta, wo wir herkamen? Das bedeutet doppelte Strecke für uns. Zwei weitere Stunden Fahrt bis zum Hotel. Shooooot.

Nachdem wir kurz unterwegs sind, überlegen wir und blicken, ganz Geographen, in die Karte. Hier sind noch andere Straßen eingezeichnet. Jedoch zum Teil unpaved (Schotterpiste). Die kürzeste Strecke ist die RD 20. Komplett ohne Asphalt. Wir reden hier von 100 km. Zudem müssten wir zurück fahren und es hat gerade erst geregnet. Wir entscheiden uns für die Schwesterstraße. RD 21 ist teilweise asphaltiert, aber der Umweg ist deutlich größer. Nachdem wir Jack auf Schotterpisten eingeschworen hatten, finden wir auch den Abzweig. Ach du Schreck. Wenn das meine Straße vor der Haustüre wäre, würde ich mit der Schaufel anrücken. Fahrkünste sind gefordert und gute Nerven. Wir fahren durch ein Indianerdorf. Wir konzentrieren uns auf die Straße und auf streunende Hunde. Tote hatten wir schon gesehen. Die lebenden sollen lebend bleiben. Abzweig, Abzweig, jetzt sind wir auf der Indianerautobahn (Bild). Ungeteert, aber fahrbar. Lieber in der Spur bleiben, sonst wird das Auto auf Matsch und Schlamm unkontrollierbar. Für kurze Zeit stockt mein Atem.

Zurück auf dem Asphalt sehen wir den Sonnenuntergang. Der Sturm ist vorüber.

Nun wissen wir, die eigentliche Straße ist bösartigst am Hang abgerutscht. Sieht aus wie nach einem schlimmen Erdbeben. Nein, hier wollen wir nicht lang.

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