10 – University of Utah

Nachdem wir heute die Salzwüste durchquert haben, fahren wir einen kleinen Schlenker auf dem Weg nach Salt Lake City Richtung Tooele. Dort befindet sich die Stockton Bar. Diese interessante Schotter- und Sandformation ist ebenfalls ein Überrest des Lake Bonneville. Der See bedeckte einst einen Großteil Utahs und war zu seinem Höchststand vor 18.000 Jahre bis zu 300 Meter tief. Darauf deuten typische Küstenformen hin, die heute noch gut in der Landschaft erkennbar sind. So sind klar von der Stockton Bar Küstenlinien, Strandterrassen, an den umgebenden Berghängen auszumachen. 

Die Stockton Bar ist direkte Fortsetzung der Küstenlinie, die die angrenzenden Berge vorgeben. Sie ist damit vergleichbar mit den Formen der Ausgleichsküste, der Nehrung, wie man sie an der Ostsee heute noch findet. Sie trennte so das Gebiet des heutigen Salzsees vom dahinter liegenden Rush Valley ab und machte es zur Lagune. Der Größe der Schotter nach war die Dynamik im See enorm. Riesige Felsen wurden teils mit umgelagert.

Nächster Halt ist The Great Saltair kurz neben der Interstate 80. Von hier ist der Große Salzsee gut zu sehen. Leider ist die Umgebung recht trist. 

Ganz anders wirkt der Campus der University of Utah, wo wir zu einem nachmittäglichen Meeting eingeladen sind. Wir werden von Dr. Marjorie A. Chan, Distinguished Professor, Assoc. Dean for External Relations des Departements of Geology & Geophysics empfangen. Sie stellt uns aktuelle Erkenntnisse zum Lake Bonneville und Parallelen zu Oberflächenformen des Mars vor, die ebenfalls Spuren von Wasser aufweisen. 

Prof. Erich U. Petersen informiert uns über die Pre-Service-Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in Utah. Die Struktur der Programme ist dabei von Universität zu Universität unterschiedlich. Für den Schuldienst ist ein Bachelor mit fachwissenschaftlicher und bildungswissenschaftlicher Ausbildung ausreichend. Es gibt jedoch auch weiterführende Masterstudiengänge. Die Bachelorstudiengänge umfassen mindestens 122 amerikanische Leistungspunkte (ca. 240 ECTS). Davon entfallen ca. 50% auf Bildungswissenschaften. Der fachwissenschaftliche Anteil entfällt auf ein Fach und allgemeine wissenschaftliche Grundlagen, wobei Letzteres tatsächlich einen etwas größeren Umfächle einnimmt als das studierte Fach. Hinzukommt ein mehrstufiger Staatsexamensprozess, der in Teilen auch berufsbegleitend ist.

Auch in Utah gibt es alternative Wege in den Lehrerberuf und Weiterqualifizierungsmöglichkeiten für berufstätige Lehrerinnen und Lehrer. Die University of Utah bietet hier ein im Bundesstaat einzigartiges Programm an (In-Service-Programm: Secondary science teacher education), das uns von Holly Godsey vorgestellt wird. Dieser Masterstudiengang wird von Lehrerinnen und Lehrern absolviert, die schon einige Jahre im Dienst sind.  Ziel ist es, diese weiter zu professionalisieren und fachliche Lücken zu füllen, insbesondere wenn sie fachfremd an ihren Schulen unterrichten. Der Studiengang wird berufsbegleitend am Nachmittag absolviert. Die Arbeitsbelastung wird durch Coworking und weniger Selbststudienanteil bewusst versucht, an die berufsbegleitende Situation anzupassen. Zudem ist der Studiengang stärker praxisbezogen und weniger wissenschaftsbezogen als ein klassischer Masterstudiengang. Finanziert wird das Programm durch staatliche und kommunale Förderung, aber auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selber. 

Prof. Paul Jewell stellte uns noch weitere Erkenntnisse aus der aktuellen Lake Bonneville-Forschung vor und Margie Chan führte uns über den tollen Campus der Universität. 

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