12—Atlantik 3

Die Halbzeit auf dem Atlantik steht bevor. Der dritte Seetag bricht eine Stunde später an. In der Nacht wurden die Uhren eine Stunde vor gestellt. Gestern hat es uns unser Kapitän prima erklärt. Einmal um die Erde am Äquator sind 360°, geteilt durch 24 Stunden, macht 15° pro Stunde. Alle 15° gibt es daher eine neue Zeitzone. Jedes Land bestimmt zwar selbst seine Uhrzeit, so auch unser Schiff, aber damit wir im nächsten Hafen nicht aus der Zeit fallen, sorgen wir vor.

Auch das Wetter nähert sich Europa an. Es wird langsam kühler. Wir sind bei 24°C. Der Wind hat sich gelegt (Stärke 3-4) und das Meer ist endlich mal nett zu uns. Wurde auch mal Zeit. Unter uns ist jetzt der Mittelatlantische Rücken. Man sieht ihn zwar nicht, aber wer Pech hat spürt ihn. Unter uns driften die eurasische und amerikanische Platte Jahr für Jahr bis zu 2,5 cm auseinander. Begleitet wird dies durch starken Vulkanismus. Die Vulkane haben ein riesiges Gebirge von der Arktis bis an die Antarktis entstehen lassen. Alles unter Wasser. Allerdings trügt der Schein. Das Meer kann hier von 5.000m bis 5m tief sein. Ein Forschungsschiff hat es böse erwischt. Es ist auf Grund gelaufen, mitten im Atlantik.

Durch den moderaten Seegang steigt auch wieder der Hunger. Fast fließend gehen wir vom Frühstück ins Mittagessen über. Die Bewegung wird auf Nachmittag verschoben. Wer will sich schon unnötig verausgaben.

Beim Sonnen an Deck merken wir, dass wir keine Profis sind. Der geübte Kreuzfahrer bringt Handtuchklammern mit, damit das Handtuch nicht bei leichter Brise weggeweht wird. Außerdem kann man mit diesen Klammern, die auch durchaus eine persönliche Note haben können – von Walen bis Einhörnern ist alles dabei – prima Liegen den ganzen Tag besetzen. Anwesenheit ist nicht mehr erforderlich. Was man hat, hat man.

Plötzlich bricht Stress aus auf dem Deck. Eine Wolke erdreistet sich und schickt fünf Tropfen auf unser Schiff. Blanke Panik. Gerade noch war keine Liege in der Sonne zu bekommen. Jetzt bleiben nur die Anfänger. Wasser von oben ist eindeutig zu viel! Selbst die Handtücher ohne Besitzer flüchten.

Die, die bleiben, sehen in direkter Nähe zum Schiff einen Wal. Die große Schwanzflosse ist zu sehen und die Fontäne. Cool.

Am Abend gehen wir ins Gosch Sylt. Wir investieren einen Teil unseres Bordguthabens in Hummer und Königskrabben. Einmal muss das sein. Das Festmahl wird unter freiem Himmel mit Blick auf den Sonnenuntergang serviert. Danach gibt es noch einen Drink in der Außenalsterbar, dem Biergarten des Schiffs. Nach Sonnenuntergang ist es jetzt frisch. Erstmals ist eine Jacke nötig.

Den Abend verbringen wir mit Kino unter den Sternen. Findet Dori wird in der Arena gezeigt. Tagsüber kann in diesem kleinen Stadion Sport gemacht werden. Heute fand hier z.B. der Tanzkurs mit unserem Tänzerehepaar statt. Abends werden auf dem großen Bildschirm Filme gezeigt. Dazu gibt es Getränke, Liegen und reichlich dicke Decken.

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