16 – Sombrero Reef

Also Kreuzfahren ist nichts für Langschläfer. Ich wache bereits kurz nach 4:00 Uhr auf. Der Blick über Reling zeigt einen tollen Mond und viele Lichter. Bis 8:00 Uhr müssen wir heute die Koje räumen. Wer seine Koffer nicht selbst runter tragen möchte, der musste sie bereits am Vorabend bis 22:00 Uhr vor die Tür stellen. Dann schleppt sie das Zimmermädchen. Und bei einigen sind es sehr viele Koffer. Manch eine Lady scheint sich in den letzten sieben Tagen stündlich umgezogen zu haben.

Room Service gibt es zur Ausschiffung nicht mehr. Geschlossen. Ich hatte schon Mord und Totschlag am Buffet befürchtet, aber kurz nach 6:00 Uhr gings noch. Wir hatten uns überlegt, dass wir keine Lust auf organisiertes Aussteigen mit vorher Treffen im Theater und lange Warten haben. Wir nutzen lieber den Express Checkout und tragen unsere Koffer selber runter. Das Ganze hat sich gelohnt. Um kurz nach 7:00 Uhr legen wir an. Der Hafen ist mit sieben Schiffen rappelvoll. Halb acht hatten wir wieder Land unter unseren Füßen. Toll war heute auch die Einwanderung. Wir mussten so gut wie nicht anstehen. Ein kleiner Plausch noch mit einer alten Lady, die mal mit einem Österreicher verheiratet war. Und dann zum Officer. Der war super nett und gab uns noch Tipps für die Florida Keys. Wenn es nur immer so wäre. Dann würde Einwandern richtig Spaß machen. Jetzt brauchen wir nur noch ein Auto. Unser Hertz Shuttlebus kommt flott. Wir sind die einzigen und 8:15 Uhr zurück auf der Straße. Was machen wir nur mit diesem Tag?

Wie kann es auch anders sein. In Miami regnet es. In Fort Lauderdale war es noch recht freundlich. Aber Miami begrüßt uns stets mit Regen. Wir zeigen die kalte Schulter und fahren durch. Leider regnet es auch in Key Largo, sodass wir weiter nach Süden fahren müssen. Ich buche uns eine Schnorcheltour in Marathon, auf halben Weg zwischen Miami und Key West. Mittags sind wir dort. Es ist freundlich und das Boot fährt vollgepackt mit 47 Schnorchlern zum Sombrero Riff. Vor 12 Jahren war ich schon einmal hier. Seitdem bin ich total vom Schnorcheln begeistert. Das Wasser ist so toll. Die Luft vielleicht ein wenig frisch. Aber alles kein Grund die wirklich spektakuläre Unterwasserwelt nicht zu genießen. Wir schwimmen förmlich in Fischsuppe: tausende bunte Fische in allen Farben, dazu Barrakudas, Ammenhaie und sehr große Schildies beim, ähm, Sex.

Total begeistert fahren wir wieder zurück. Aufgrund der außerirdischen Hotelpreise auf den Florida Keys schlafen wir in Florida City auf dem Festland. Dachten wir. Was für ein Desaster mit den Hotels dieses Jahr. Wieder wurde unsere Buchung nicht an das Hotel übermittelt. Diesmal lies es sich nicht einmal klären, da das Hotel ausgebucht ist. Wir schlafen nun im Ramada nebenan. Das Hotel ist eine gruselige Bruchbude, für die wir zudem noch 30% mehr bezahlen mussten. Lehre aus der Geschichte: jedesmal im Hotel vorher anrufen, ob die Buchung auch wirklich angekommen ist.

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