11 – Von weiß nach schwarz

Schwarzweiß – so sollte unser Tag heute bestimmt sein. Die Rede ist dabei nicht von Wolken, denn die gibt es zum Glück hier eher nicht. Und das bleibt hoffentlich auch so, wenn wir ab heute Richtung Norden fahren. Zunächst führt uns die I-10 noch bis Las Cruces. Der Rio Grande, der Grenzfluss zu Mexiko weiter im Süden, hm, hier könnte er auch eine Schotterpiste sein. Es hat lang nicht mehr geregnet.

Wir überqueren auf einer Passstraße die Organ Mountains und blicken hinunter in das Tularosa Valley, indem die erste Atombombe gezündet wurde. Heute strahlt hier hoffentlich nur noch die Sonne.

Hierfür steht White Sands. Einsam und abgeschieden liegen hier Dünen, wie sie sonst nirgends in dieser Größe und Beschaffenheit auf der Welt zu finden sind. Es handelt sich um schneeweißen Gipssand. Von der Weite sehen wir sie schon, doch zunächst müssen wir wieder eine Border Patrol Kontrolle passieren. Pässe vorzeigen, nett schauen und den Mexikanerhut absetzen. Das hat hoffentlich nun ein Ende oben im Norden.

In Amerika wird gespart. Der Checkpoint am Parkeingang ist nicht besetzt und der Interdune Boardwalk geschlossen. Es fehlt wohl das Geld für die Reparatur. Das gibt uns die Chance für ein frühes Mittag in einem der tollen überdachten Picknicksitze. Anschließend machten wir wieder einen Spaziergang – 5 km durch die Dünen. Spazieren ist nicht Sache des gemeinen Amerikaners. So waren wir fast die gesamte Zeit unter uns. Like no place else on earth – das ist wahr.

Wieder auf der Straße und fast anderthalb Stunden nördlich wandelt sich das Bild von weiß in schwarz. Lava, 5.000 Jahre jung, liegt hier an der Oberfläche. An sich ist die Wüste hier recht karg (anders als in der Sonora), doch auf der Lava wachsen wieder Kakteen.

Weiter gehts. Eine Stunde Fahrt haben wir noch bis Socorro. Americas Best Value Inn wartet auf uns. Häufig liest man in Hotelbewertungen: You get what you pay for. Ähm, ja, stimmt. Ich sag nur: Schüttel. Als dann in unserem zweiten Zimmer Kakerlaken aus der Wanne kamen, haben wir rebelliert. Nach der Drohung, eine schlechte Bewertung auf Tripadvisor zu schreiben, hat man uns gehen lassen. Also noch eine Stunde auf der Interstate nach Norden bis Albuquerque. Hier sind wir nun. Dank Hotwire, wieder einmal, sind wir kurzfristig im gleichen guten Hotel, wo wir eigentlich erst morgen hätten landen sollen, und das für sehr wenig Geld. Also stimmt das mit dem Spruch oben – nur bedingt.

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