Heute Morgen rumpelt es bereits auf dem Fjord, als wir aufwachen. Das erste Kreuzfahrtschiff ist in Geiranger angekommen. Es ist die Viking Saturn. Auch wir beginnen den Tag heute mit einer Mini-Kreuz(fahrt). Spontan haben wir beschlossen, die Fähre nach Hellesylt zu nehmen. Bei dieser einstündigen Fahrt sieht man die Berühmtheiten des Geirangerfjords, die einem von Land verborgen bleiben. Der Umweg ist nicht groß. Und die Fahrt lohnt sich.
Für heute Morgen ist Regen angekündigt. Doch bislang ist es trocken und fast freundlich. Pünktlich 9:30 legt unsere Fähre ab und wir bestaunen alte Gehöfte in schwindelerregender und vor allem auch abgeschiedenster Lage hoch oben über dem Fjord. Wie kommt man da hin? Natürlich bekommen wir auch die berühmtesten Wasserfälle zu Gesicht: die sieben Schwestern, selbstverständlich der Sage nach alle jungfräulich, und ihren stürmischen Freier auf der anderen Seite des Fjords, der verdammt ist, ihre Schönheit für immer nur anzusehen. Er kann einem schon fast leid tun. Unterwegs kommt uns die Norwegian Prima entgegen, ein riesen Pott vom neusten Spaßdampferkaliber mit knapp 4.000 Passagieren.
Auch in Hellesylt gibt es einen Wasserfall direkt im Ort. So ganz im allgemeinen könnte man hier wahrscheinlich Jahre damit zubringen, alle Wasserfälle anzusehen. Wie fahren weiter bis zur nächsten Fähre, die uns von Stranda auf die andere Seite des Fjords bringt. Die Fähren fahren eigentlich alle sehr regelmäßig und zuverlässig – alles sehr entspannt, ohne große Wartezeiten.
Auf der anderen Seite beginnt die Route zu den berühmten Trollstigen, die Leiter zu den Trollen. Doch erst einmal geht es durch ein Erdbeeranbaugebiet und danach allmählich nach oben, alles lange nicht so steil wie bei den anderen Passstraßen. Aber die Berge werden schroffer und so bisschen kommt schon der Gedanke an die Kollegen Trolle. Der Verkehr hält sich in Grenzen und am großen Rastplatz finden wir schnell einen Parkplatz. Spätestens hier sind die Trolle allgegenwärtig, z. B. als Trollburger zum Mittagessen.
Noch hält das Wetter und so schnüren wir die Wanderstiefel. Unterhalb des Rastplatzes liegen die eigentlichen Trollstigen. Es sind elf Haarnadelkurven, mit denen die Straße mit elf Prozent Steigung über 400 Höhenmeter überwindet. Hier wird es steil. Auch wenn es im Prinzip eine Passstraße wie jede andere auch ist, so ist die Verbindung aus umgebender Bergkulisse, den Wasserfällen und der spektakulären Aussichtsplattform schon beeindruckend. Generell wird hier viel in touristische Infrastruktur investiert und diese auch immer sehr hochwertig und ansprechend umgesetzt. Wir wandern noch hoch bis zum Bispevatnet, einem Gletschersee, der oberhalb des Rastplatzes liegt.
Die Nacht verbringen wir am Isfjord in Åndalsnes. Elche haben wir immer noch keine gesehen, aber als Salami schon mal in den Einkaufswagen gelegt.