Spontan haben wir beschlossen, noch eine Nacht in Geiranger zu bleiben. Wir stehen früh auf und fahren den Geirangervegen, über den wir uns gestern den Weg nach unten an unzähligen Bussen und Renault Twizys vorbei bahnten, flott nach oben. Die Strecke nimmt sich im Vergleich zur Adlerstraße nichts. Es geht von NN auf über 1.000 Meter nach oben. In den Bergen hängen noch ein paar Wolken. Eigentlich wollten wir die Morgenstimmung auf der Dalsnibba genießen. Aber gerade dieser Berg ist in Wolken gehüllt. Also frühstücken wir zunächst am Djupvatnet-See. Von hier haben wir den Berg im Blick. Nicht, dass er abhaut. Wie drehen noch eine Runde mit dem Hund am See und befinden dann die Sicht für akzeptabel.
Die Dalsnibba bietet einen fantastischen Blick auf den Geirangerfjord. Die Mautstraße führt bis auf die letzten 1.476 Meter. Oben ist eine Plattform und das obligatorische Café mit Shop. Heute liegt kein Schiff im Fjord. Es ist super entspannt und ruhig. Die Wolken ziehen noch tief über den Gipfel, aber immer wieder klart es auf und die Stimmung ist genial. Absolut magisch.
Weiter geht’s nach Grotli. Den Ort muss man kennen. Nein, es ist nur eine winzige Siedlung und historischer Verkehrsknotenpunkt. Hier stand einmal eine steinerne Schutzhütte, denn in Grotli zweigt die alte Passstraße Gamle Strynefjellsvegen ab. Früher war sie eine wichtige Verbindung von Lom zum Nordfjord, also vom Inland zum Meer, heute ist sie eine touristische Landschaftsroute. Die Gegend ist genial. Die schmale Schotterpiste ist ab Juni bis zum Schnee geöffnet. Die Berge sind mit Gletschern überzogen und im Tal liegen türkisfarbenen Gletscherseen. Das Farbenspiel ist einmalig. Diese Runde ist absolut lohnenswert. Dazu ist wenig los. Und das Wetter ist heute richtig warm, selbst hier oben.
Zum Abschluss schauen wir uns noch den Videfossen an. Zurück geht es schneller über Tunnel, Tunnel und noch einen Tunnel und an der Dalsnibba schließt sich die Runde über das Strynefjell.