Für die geschundene Camper-Seele hat unser Wagen jeden Tag eine neue Aufgabe parat. Diesmal beklagt er Fußweh. Angeblich ist ihm der Druck zu wenig. Das Problem, er meint 5,7 Bar reichen nicht aus. Die Plakette in der Tür sagt nur, er darf nur 5,5 Bar haben. Da er Franzose ist, denke wir uns, voiture de merde, mais bien sur, kriegt er eben noch ein Schlückchen von seinem edelsten Tropfen Motoröl, das wir sündhaft teuer erstanden haben – das billige normale Zeug hat der Hersteller mal wieder nicht zugelassen – und dann schauen wir mal. Et voila, nach einem Kilometer hat er sich doch nicht etwa wieder beruhigt.
Und so schaffen wir es pünktlich zur Fähre nach Kaupanger. Hier schauen wir uns die Stabskirche an. Das Wetter ist traumhaft. Wir genießen die Sonne und die Ruhe am Morgen. Am Barsnesfjord in Sogndal halten wir noch einmal. Danach führt die Landschaftsroute entlang des Lustrafjords. Was für eine tolle Ecke! Ab Skjolden geht es die eigentliche Passstraße hinauf, die die höchste in ganz Nordeuropa ist. Gleich am Eidsvatnet halten wir schon wieder. Die Stimmung ist einfach zu toll.
Auch wenn wir nicht allein sind, so ist es in dieser Ecke deutlich entspannter. Die Straße fährt sich gut und wie immer macht der Busfahrer einen hervorragenden Eindruck. Langsam nähern wir uns dem Heim der Riesen, den Gipfeln des Jotunheimen. Wir befinden uns auf dem Dach Norwegens. Die Sonne strahlt und es ist herrlich warm und endlich auch mal fast windstill.
Unser Ziel ist der Krossbu-Parkplatz am Fuß der Berggruppe Smørstabbtindan. Höchster Berg ist der Storebjørn mit 2.222 Metern. Das reicht aus, dass die gesamte Berggruppe vergletschert ist. Von Krossbru beginnt eine nette kleine Wanderung zum Bøverbreen-Gletscher. Der Aufstieg zum Gletscher und die gesamte Runde lohnen sehr.



















