Ryfylke

Wir haben eine gute Nacht im Yachthafen von Sauda verbracht. Alle Services sind vorhanden. Gerade eine warme Dusche war genau das richtige. Die Temperaturen sind mittlerweile norwegengerecht. Aber bislang war die Heizung noch nicht nötig. 

Am späten Morgen starten wir Richtung Røldal. Dabei passieren wir zunächst das Saudafjell. Im Tief eingeschnittenen Tal des Storelva liegt die Allmannajuvet, eine alte Zinkgrube. Oben auf dem Fjell befindet sich der Svartavatnet, ein Stausee, mit dessen Wasser unten in Sauda ein Wasserkraftwerk angetrieben wird. Die Fahrt über das Fjell ist abenteuerlich, aber auch mit dem Camper machbar. 

In Røldal schauen wir uns die Stabskirche an. Sie wurde Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut. 


Weiter geht’s über das Røldalsfjellet. Diese Strecke ist noch einen Zacken mehr Abenteuer. Die Straße ist nur zwei Meter breit. Aber hier ist relativ wenig Verkehr und unser Busfahrer ist natürlich ein Held! Bei der Abfahrt Richtung Odda sehen wir zum ersten Mal den mächtigen Folgefonna-Gletscher, den drittgrößten Gletscher Norwegens.

Unten im Tal des Sørfjord ist viel Verkehr. Den Låtefossen sehen wir nur aus dem Auto. Ein Parkplatz ist nicht zu bekommen. Wir sind zunächst skeptisch, fahren dann aber doch wie geplant in das Buer-Tal. Anders als manche Horrorgeschichten es vermuten lassen, gibt es auf der schmalen Zufahrt doch die ein oder andere Ausweichmöglichkeit. Zu viel Gegenverkehr sollte nicht kommen, aber abschrecken lassen muss man sich nicht. Und, was der Busfahrer vorher nicht weiß, macht ihn nicht heiß 😉


Das Tal ist malerisch schön. Darüber thront ein Ausläufer des Gletschers, genannt Buerbreen. Eine Schnee- bzw. Regenwolke hat sich darüber eingenistet. Aber die Sonne kommt immer wieder durch. Wir laufen los und bereuen es nicht. Die Stimmung ist atemberaubend. Und heute gibt es keinerlei Beschwerde. Meine beiden Gefährten laufen wie eine Eins. Der Hund ist bei heller Freude und springt wie ein junges Reh den felsigen und steilen Weg hinauf. Wir kommen bis zu einem tollen Aussichtspunkt oberhalb der großen Hängebrücke. Das Wasser schießt tosend den Berg hinunter, über dem Tal ein Regenbogen und oben das ewige Eis. Der weitere Weg nach oben ist durch den Regen zu glatt. Der nächste Schauer kündigt sich bereits an. Wir machen uns besser auf den Rückweg.