Los geht’s

Heute startet unser Kastenwagenabenteuer. Die letzten Tage haben wir bereits alles gepackt. Nun liegt die erste Herausforderung darin, es so einzuräumen, dass alles hineinpasst und wir später wiederfinden, was wir brauchen. Keine leichte Aufgabe bei 36°C. Aber Stauraum gibt es mehr als genug. Nach zwei Stunden ist erst einmal alles verstaut. Etwas Wasser noch auffüllen und los geht’s.


Zumachst führt uns die Route über Leipzig, Magdeburg Richtung Hannover. Der Hund hat auf der Sitzbank seinen Platz gefunden und träumt schnell. Nicht mitzufahren wäre heute keine Option gewesen. Sie hat das Auto nicht aus den Augen gelassen. Wir kommen zügig voran. Etwas klappert im Auto in einer nervtötenden Frequenz. Zwei Autostunden später ist der Übeltäter identifiziert. Eine Schraube der Verdunkelung hat sich absentiert. Das müssen wir irgendwie anders lösen. So nicht, mein Freund. Da hilft nur rohe ungarische Gewalt.

Alsbald haben wir die Transitautobahn hinter uns gebracht. Der imperialistische und kapitalistische Westen begrüßt uns mit einem goldenen M. Als ordentliche Pioniere haben wir selbstverständlich schon pünktlich halb sieben Abendbrot gegessen: bei Bürger Königs.

Halb zehn biegen wir im Umland von Hannover auf einen freien Parkplatz an einem See ein. Wir sind nicht die einzigen Camper hier. Es ist angenehm kühl. Eine ruhige Nacht kann kommen.

Am nächsten Morgen müssen wir uns erst einmal sammeln. Der Kastenwagen ist zwar groß, aber zu zweit kann man durchaus prima im Weg stehen. Und der Hund steht einem sowieso immer im Weg. Dann gilt es, die Technik auszuprobieren. Zum Kaffeekochen brauchen wir Gas. Wie ging das mit dem Wasser gleich noch? Ah ja, Wasser läuft, aber unten aus dem Auto raus. Das Problem ist alles andere als trivial, der Tank aber bald leer. Kurzum, es war das Frostschutzventil, das sich, warum auch immer, geöffnet hat. Jetzt wissen wir, wie es wieder zu geht. 

Auch wenn das Wetter trüb ist, entschließen wir uns, vor der Weiterfahrt die Gegend zu erkunden. Der Altwarmbüchener See ist direkt neben unserem Stellplatz. Ein schöner Weg führt einmal zum Munterwerden herum.


Bis wir loskommen, dauert es noch einen Moment. Der Verkehr Richtung Hamburg ist dicht. Das wird ein langer Tag. Moin, Hamburg, wir sehen den Hafen, die Elbphilharmonie und einen schönen Stau vor dem Elbtunnel. Der echte Norden begrüßt uns mit schönem Wetter. Aber auch Schleswig-Holstein kann Stau. Und zwar sehr gut. 

An der dänischen Grenze stehen wir wieder. Dahinter auch. Wir verlieren sehr viel Zeit, in Summe gute zwei Stunden. Bei schönstem Wetter rollen wir durch Dänemarks sanft hügelige Landschaft. Aber wo ist die Autobahn hin? Gefühlt ist die ganze Strecke eine einzige, riesige Baustelle. Hinter Aarhus wird es besser. Ab Aalborg ist nur noch wenig los. Halb neun abends erreichen wir dann endlich Hirtshals ganz im Norden Jütlands. Zum Glück haben wir den Campingplatz reserviert. Spontan wäre nichts mehr zu bekommen. Die Lage ist allerdings ein Traum.