20–Miyajima

Nach einem kleinen Frühstück im Hotel laufen wir erst einmal zum Inselsupermarkt. Hier sind die Muttis Einkaufen und machen sich über die frischen Blumen her. Scheinbar kam eben frische Lieferung mit der Fähre. Jetzt gibt es auch frisches Sushi. Perfekt für ein Mittag unterwegs.

Heute unternehmen wir eine Wanderung auf den Berg Misen. Der ist mit seinen etwas über 500 Metern über Meeresspiegel die höchste Erhebung der Insel. Drei Wege führen steil hinauf. Wir entscheiden uns für die Daisho-in-Route. Die beginnt am Daisho-in Tempel. Auch wenn wir schon genug Tempel gesehen haben, ein Blick hinein kann nie schaden. Hier lohnt es sich sogar wirklich. Hunderte kleine Statuen mit roten Mützen sind entlang einer Treppe aufgereiht. Sie sammeln alle fleißig. Oben läuten wir gegen eine kleine Spende die mächtige Glocke, Bonsho. Der tiefe Klang geht durch Mark und Bein. Das wollte ich schon immer einmal machen.

Viele viele Treppen warten auf uns. 151 Stockwerke sagt die Uhr. Schilder warnen vor der giftigen Japan Viper. Gesehen haben wir zum Glück keine, leider auch keine Affen. Die meisten wurden von der Insel deportiert, weil sie Probleme machten. Die subtropische Vegetation und die Wasserfälle sind wunderschön. Es ist schwül warm und der Weg besteht überwiegend aus Stufen. Ungefähr 90 Minuten benötigen wir, bevor wir das Niomon Gate erreichen. Von hier ist es nicht mehr allzu weit bis ganz hoch. Als wir an einem Felsen mit toller Aussicht auf die Seto Inlandssee vorbeikommen, entscheiden wir uns spontan zur Rast.

Oben angekommen gibt es eine Aussichtsplattform und wunderschöne Granitfelsbrocken. Der Blick auf die Seto-Inlandssee ist überwältigend. Überall sind Plattformen für die Austernzucht im Meer verankert. In der Ferne sieht man die Hochhäuser von Hiroshima. 

Etwas unterhalb vom Gipfel befindet sich Reikado Hall. Die Anlage geht auf Kobo Daishi zurück. Hier brennt immer noch das ewige Feuer, das er einst entzündet haben soll. Mit diesem Feuer wurde auch das Friedensfeuer in Hiroshima entzündet. Über die Momijidani-Route steigen wir ab vom Berg. Unten im Park gibt es zur Belohnung ein Shaved Ice. Mit einer Maschine wird dafür Eis von einem Eisbrocken abgekratzt und mit Sirup übergossen. Ganz nach meinem Geschmack!

Zurück im Hotel nehmen wir uns Fahrräder und radeln damit zum Tsutsumigaura Beach. Die Badesaison ist noch nicht eröffnet in Japan, sodass hier noch nichts los ist. Leider ist der Strand etwas müllig, wahrscheinlich eben deswegen. Das hält mich nicht ab anzubaden. Das Wasser ist prima erfrischend und jetzt scheint auch fein die Sonne. In der Ferne leuchtet Hiroshima. 

Am Itsukushima-Schrein genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Zum Abendessen gibt es noch einmal Okonomiyaki in einer der wenigen Kneipen, die hier dann noch geöffnet sind. Kurz vor 18 Uhr wird die Insel förmlich verriegelt und verrammelt. Die Tagestouristen sind weg und gut ist. Uns reichen unsere 18.325 Schritte auch. Zeit für das Futon.

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