16–Kyōto

An unserem zweiten Tag in Kyōto müssen wir etwas vom Pflichtprogramm abarbeiten. Nach dem Frühstück gibt es eine Premiere. Wir fahren Bus. Das Stadtbusnetz ist gut in Kyōto. Und auch wenn hier gefühlt mehr Autoverkehr ist als in Tokyo, bleiben die Busse nicht im Verkehr stecken. Der Takt wird selbstverständlich stets gewahrt. Grund zur Sorge besteht nicht. Erklärungen sind in Englisch – Haltestellen ebenfalls für uns lesbar ausgezeichnet. Man zahlt vor dem Aussteigen. Das geht mit der Suica-Karte oder passend mit Münzen. Hat man es nicht passend, wechselt man bitte während der Fahrt zwischen den Haltestellen am Automaten. Eine gute Lösung. So geht das Aussteigen schneller. Steht alles im Bus erklärt.

Wir machen uns also auf mit dem Bus. Unterwegs werden überall Touristen eingesammelt. Die Höhe sind aber unsere italienischen Freunde. Fünf Italiener reichen aus, um den Lärmpegel im Bus von nicht vorhanden in unerträglich zu verwandeln. In Japan lernt man wirklich ruhiges Verhalten zu schätzen. Niemand hat die Töne am Handy an. Es wird bloß nicht in der Bahn telefoniert. Darum wird auch überall gebeten. Und dann kommen die Italiener.

Auch ohne fünf Italiener sind wir am Kinkaku-ji einmal angekommen nicht allein. Die Anlage ist klein und wird zurzeit (oder vielleicht auch immer) von Schulklassen überflutet. Die Busse kommen im 5-Minuten-Takt. Die Kinder sind nicht laut und total lieb, aber durch die Massen wird man eher durchgeschoben, was wirklich schade ist. Ein wenig aus Trotz sind wir ein zweites Mal durch den Eingang, was auch in Ordnung war, aber genützt hat es leider nicht viel. Da kamen schon wieder die nächsten Gruppen. Trotzdem ist der goldene Pavillon wunderschön.

Zurück geht es wieder mit dem Bus. Wir fahren bis zur Burg Nijo. Dort begnügen wir uns mit dem Anblick von außen und laufen danach weiter zum Nishiki-Markt. Es ist Mittagszeit und der Markt ist ein guter Ort, um etwas Neues zu probieren. Die Marktstraße ist wieder voll überdacht und geht in die Einkaufsstraße über, wo wir bereits gestern waren. Zuerst wird ein Kalmar probiert und zwei Kammmuscheln. Vor allem die Muscheln sind ausgezeichnet. Angewärmt werden sie mit einem Gasbrenner. Die sind sehr beliebt.

Danach ist der Hunger groß. Und wird besänftig mit Udon-Nudeln. Die gibt es in einem kleinen Restaurant, direkt auf der Marktstraße. Sehr lecker. Nudelsuppe geht immer.

Dritter Tagesordnungspunkt ist heute ebenfalls ein Highlight: der Fushimi Inari-Taisha-Schrein. Wie gestern der Bambuswald gehört auch der Inari-Schrein in den Hintergrund eines jeden Hobby-Kimono-Trägers oder -Trägerin. Selfies und Porträts standen heute wieder hoch im Kurs. Das Geschäft der Kimonoverleihe brummt. 

Unten am Hauptschrein ist auch zum Nachmittag noch viel los. Aber zum Glück ist der Berg Inari von abertausenden Toriis gesäumt. Der Weg hoch auf den Berg und wieder zurück ist ungefähr 4 Kilometer lang und fast ununterbrochen unter Toriis. Je weiter man hoch kommt, desto ruhiger wird es. Allein ist man aber bei weitem nicht. Aber das Licht ist toll und die vielen Toriis sind spektakulär.

Wieder zurück im Hotel sind wir tot. Es waren wieder 20.500 Schritte und das bei 32°C. Zum Abendessen gibt es dafür Sushi aus dem Supermarkt, das besser ist als in den allermeisten Restaurants zuhause.

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